{"id":428,"date":"2018-06-03T18:11:15","date_gmt":"2018-06-03T16:11:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mudokwan.at\/wordpress\/?p=428"},"modified":"2018-06-04T15:30:50","modified_gmt":"2018-06-04T13:30:50","slug":"chowd-und-eine-abkuerzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/chowd-und-eine-abkuerzung\/","title":{"rendered":"Chowd &#8211; und eine Abk\u00fcrzung"},"content":{"rendered":"<p>Gestern war ich noch gespannt. Heute bin ich nur noch abgespannt. Wir fahren guten Mutes von unserem Hotel in \u00d6lgii los und genie\u00dfen eine wunderbare Asphaltstra\u00dfe. Das Wetter ist perfekt und die Landschaft ph\u00e4nomenal.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-430\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001407-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001407-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001407.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Aber leider nur f\u00fcr etwa sechzig Kilometer. Dann endet die Stra\u00dfe und die Tortur beginnt. Zuerst ist es nur Schotterpiste, die entlang der in Bau befindlichen neuen Schnellstra\u00dfe f\u00fchrt &#8211; mal auf der einen, mal auf der anderen Seite.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-432\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001525-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001525-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001525.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Dann verzweigt sich die Piste in mehrere Spuren und es kommen Stellen mit weichem Sand. Es dauert nicht lange und wir kugeln schon \u00fcber die D\u00fcnen. Aus dem n\u00e4chsten Minibus springen drei Mongolen und helfen uns das Motorrad wieder aufzustellen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-433\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001553-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001553-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001553.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Weiter geht&#8217;s \u00fcber die Piste des Schreckens, wir haben ja noch hundert Kilometer vor uns, bis wir laut Navi ein Hotel finden. \u00dcber Berg und Tal qu\u00e4len wir uns im Schneckentempo dahin, zeitweise eingenebelt von den Staubfont\u00e4nen der Lastwagen, die uns entgegenkommen oder \u00fcberholen. Wie zum Hohn lacht uns von der Seite die gro\u00dfteils fertiggestellte Trasse der neuen Schnellstra\u00dfe an, auf die wir aber nicht raufk\u00f6nnen. Dann ist es wieder soweit: die Fahrspur wird tiefer, ich versuche mit etwas mehr Geschwindigkeit durch den Sand zu pfl\u00fcgen und diesmal st\u00fcrzen wir auf die rechte Seite.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-434\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001711-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001711-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180604_001711.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Uns ist wieder nichts passiert, aber die BMW hat&#8217;s diesmal etwas mehr erwischt. Ein Teil des rechten Zylinderschutzes ist abgebrochen und eine Befestigungsklammer des rechten Seitenkoffers. Wir nehmen das ganze Gep\u00e4ck runter damit wir das Motorrad wieder aufstellen k\u00f6nnen, da kommt auch schon ein LKW mit hilfsbereiten Mongolen, die uns helfen.<\/p>\n<p>Inzwischen schauen wir beide aus als h\u00e4tten wir in Mehl gebadet, \u00fcber und \u00fcber mit Staub bedeckt und die BMW schaut auch nicht besser aus. Sie springt allerdings problemlos an und nachdem wir das Gep\u00e4ck wieder aufgeladen haben fahren wir weiter. Es bleibt uns ja auch nichts anderes \u00fcbrig. Hinter jedem H\u00fcgel hoffe ich auf eine bessere Stra\u00dfe, aber es wird eher schlechter. Pl\u00f6tzlich h\u00f6re ich ein dumpfes Ger\u00e4usch. Der rechte Seitenkoffer h\u00e4ngt runter und streift bei jedem Einfedern am Hinterreifen. Ich erinnere mich an meinen zweiten Vornamen &#8211; McGyver &#8211; und befestige den Koffer mit Panzerband wieder am Gestell. Weiter geht&#8217;s.<\/p>\n<p>Gegen Abend ist unser Tagesziel Chowd noch immer nicht in Sicht. Noch dazu haben wir uns verfahren, weil wir laut Navi auf einem Feldweg \u00fcber einen Bergr\u00fccken fahren sollten, ich aber lieber der Trasse der neuen Schnellstra\u00dfe gefolgt bin. Mit dem letzten Tageslicht erreichen wir dann doch noch die Stadt und finden ein Hotel. Nach elf Stunden Fahrt haben wir zweihundert Kilometer geschafft, davon aber etwa sechzig auf sehr guter Stra\u00dfe. Wir sind komplett fertig und beschlie\u00dfen auf alle F\u00e4lle einen Ruhetag einzulegen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen treffen wir beim Fr\u00fchst\u00fcck drei deutsche Motorradfahrer, mit denen wir schon in Russland gesprochen hatten. Sie sind einen Tag fr\u00fcher gekommen und haben ebenfalls einen Tag Pause gemacht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-437\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180603_233658-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180603_233658-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180603_233658.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Sie haben sich schon \u00fcber den weiteren Verlauf unserer geplanten Strecke schlau gemacht und es sind keine guten Neuigkeiten. Von Chowd weg kommen etwa hundertf\u00fcnfzig Kilometer gleiche Schotterpiste wie gestern, dann dreihundert Kilometer tiefer Sand bevor es endlich wieder Asphalt gibt. Die Deutschen wollen daher von hier aus wieder nach Norden auf die Nordroute fahren, wo es mehr asphaltierte Teilst\u00fccke geben soll. Allerdings warten dort auch Wellblechpisten und tiefe Flussdurchfahrten. Die Deutschen fahren los und wir beginnen unseren Regenerationstag. Allerdings kann ich mich nicht wirklich entspannen, die Aussicht auf weitere eineinhalb tausend Kilometer und etwa zehn Tage Fahrt auf ziemlich schwierigen Pisten macht mir zu schaffen. Wir sind jetzt mehr als zwei Monate unterwegs und doch ziemlich ausgepowert.<\/p>\n<p>Daher \u00fcberlege ich im Laufe des Tages Alternativen. Es gibt in Chowd einen Flugplatz und da fahren wir hin um einfach mal nachzufragen ob wir samt Motorrad nach Ulan Bataar fliegen k\u00f6nnen. Das geht zwar nicht, aber wir lernen auf Umwegen eine junge Mongolin kennen die am Flugplatz arbeitet. Sie vermittelt uns eine Transportm\u00f6glichkeit f\u00fcr das Motorrad auf einem Lastwagen nach Ulan Bataar, wir beide fliegen morgen voraus und nehmen in ein paar Tagen die BMW dort wieder in Empfang. Dann fahren wir zur Grenze nach China um das letzte Teilst\u00fcck bis zur F\u00e4hre nach Korea zur\u00fcckzulegen. Die n\u00e4chste Nachricht kommt dann also aus Ulan Bataar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war ich noch gespannt. Heute bin ich nur noch abgespannt. Wir fahren guten Mutes von unserem Hotel in \u00d6lgii los und genie\u00dfen eine wunderbare Asphaltstra\u00dfe. Das Wetter ist perfekt und die Landschaft ph\u00e4nomenal. Aber leider nur f\u00fcr etwa sechzig Kilometer. Dann endet die Stra\u00dfe und die Tortur beginnt. 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