{"id":424,"date":"2018-06-01T18:16:59","date_gmt":"2018-06-01T16:16:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mudokwan.at\/wordpress\/?p=424"},"modified":"2018-06-02T05:17:54","modified_gmt":"2018-06-02T03:17:54","slug":"mongolei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/mongolei\/","title":{"rendered":"Mongolei!"},"content":{"rendered":"<p>Premiere: die russischen Grenzposten in Taschanta an der Grenze zur Mongolei lassen uns tats\u00e4chlich zum ersten Mal unser ganzes Gep\u00e4ck abladen und auspacken. Irgendwie schauen sie entt\u00e4uscht aus, als sie keine Waffen oder Drogen finden. Dabei schrammen sie nur ganz knapp am Erfolg vorbei, als sie die Medikamententasche von You Song inspizieren. &#8222;Morphium?&#8220; fragt einer mit leuchtenden Augen und der Drogenhund wedelt auch schon ganz euphorisch mit dem Schwanz. Leider nein, und wir d\u00fcrfen alles wieder einpacken.<\/p>\n<p>Noch etwa sieben Kilometer gute russische Alphaltstra\u00dfe bis zum mongolischen Grenzzaun, dann beginnt mit einer gro\u00dfen Grube einen Meter dahinter der mongolische Alltag. Mehr als zwanzig Stundenkilometer sind nicht drin, aber nach einem kleinen H\u00fcgel kommen wir schon zur mongolischen Grenzstation. Dort ist erstmal wieder Pause angesagt bis sich nach einer dreiviertel Stunde das Tor \u00f6ffnet und wir zur Zollbehandlung vorfahren d\u00fcrfen. Der eisige Sturm hat uns inzwischen schon den letzten Nerv gekostet, aber wir machen nat\u00fcrlich freundliche Nasenl\u00f6cher zu allem was jetzt noch kommt. Die Zollkontrollorin will schon wieder dass wir unser Gep\u00e4ck abladen und auspacken, verzichtet dann aber doch darauf als ich ihr kurz was vorbibbere. Stattdessen d\u00fcrfen wir ins geheizte Zollhaus, wo wir die n\u00e4chsten zwei Stunden mit Passkontrolle, Fahrzeugimport und Geldwechseln verbringen. Dann geht es hinein in die Mongolei, aber nur hundert Meter, bis mir in einer Bude am Stra\u00dfenrand eine Fahrzeugversicherung verordnet wird. Ich hab&#8217;s ohnehin nicht eilig, weil ich schon die Rumpelpiste sehe, die auf uns wartet. Die Gegend ist eine Wucht, kahle Berge und W\u00fcstenlandschaft, davon kriege ich aber wieder nicht viel mit, weil ich dauernd die n\u00e4chsten zwanzig Meter auf der Stra\u00dfe peile, wo die wenigsten L\u00f6cher und Steine sind. Parallel<span style=\"font-size: 1rem;\">\u00a0zur Stra\u00dfe f\u00fchren einige Spuren durch die W\u00fcste, wo LKWs gefahren sind um den Querrillen auszuweichen, die auf der Hauptpiste \u00fcber kurz oder lang jedes Fahrgestell zerlegen. Ich traue mich dort aber nicht hin, weil ich nicht wei\u00df wie dort der Untergrund ist und in weichen Sand m\u00f6chte ich auf keinen Fall kommen. Laut Navi ist der n\u00e4chste gr\u00f6\u00dfere Ort noch achtzig Kilometer entfernt, bis dahin haben wir wahrscheinlich alle unsere Plomben verloren und unser Hirn ist nur noch Wackelpudding. Da erblicke ich in einiger Entfernung am Stra\u00dfenrand ein Motorrad, das anscheinend eine Panne hat. Ich fahre hin und bleibe stehen. Ein Mongole steht neben seiner chinesischen Maschine und fragt mich auf Englisch ob ich ihn abschleppen kann. Das geht leider nicht weil wir kein Seil haben, aber gemeinsam schieben wir sein Moped an und tats\u00e4chlich springt der Motor an und er kann weiterfahren. Wir sollen ihm unbedingt zu seinem Haus auf einen mongolischen Tee folgen, das nur ein paar Kilometer weiter im n\u00e4chsten Dorf steht. Eigentlich m\u00f6chte ich weiterfahren, aber pl\u00f6tzlich ist auch die Stra\u00dfe wieder asphaltiert und bei der Abzweigung im Dorf wartet schon der Mongole mit seinem Moped. Also folgen wir ihm nur ein paar Meter zu seinem Haus, das dem des tadschikischen Ziegenhirten \u00e4hnelt, wo wir im Pamir \u00fcbernachtet haben.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-421\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202306-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202306-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202306.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem;\">Wir treten ein und es begr\u00fc\u00dfen uns die Schwester mit ihren T\u00f6chtern, der Bruder und die Oma, sp\u00e4ter kommen noch ein paar Freunde dazu. Ein deutscher Langzeittramper ist auch da und wir machen es uns bei Tee und Geb\u00e4ck gem\u00fctlich. <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-420\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202118-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202118-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202118.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-419\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202156-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202156-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202156.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem;\">Die beiden Mongolen k\u00f6nnen etwas Englisch, der Deutsche spricht Russisch, das die Mongolen auch verstehen und so k\u00f6nnen wir uns ganz gut unterhalten. Wir haben eine Menge Spa\u00df und werden eingeladen, hier zu \u00fcbernachten, was wir gerne annehmen.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-422\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202343-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202343-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202343.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen erfahren wir dass heute ein Feiertag in der Mongolei ist, es gibt \u00fcberall Feiern und Sportfeste. \u00dcbrigens ist jetzt auch f\u00fcr zwei Tage die Grenze zu, wir haben also gestern Gl\u00fcck gehabt noch dr\u00fcber zu kommen. Gemeinsam mit der Familie fahren wir ins Dorf zur Schule, wo die ganze Gemeinde die M\u00fctter mit den meisten Kindern mit Medaillen ehrt und die Kinder verschiedene musikalische Auff\u00fchrungen machen. Es ist ein netter Vormittag, im Kreise einer mongolischen Dorfgemeinschaft und wir sind froh, nicht einfach durchgefahren zu sein. Am fr\u00fchen Nachmittag fahren wir schlie\u00dflich weiter, nachdem wir uns von unseren neuen mongolischen Freunden verabschiedet haben. Auf Facebook werden wir in Kontakt bleiben.<\/p>\n<p>Bis \u00d6lgi sind es nur mehr etwa siebzig Kilometer, die wir bis auf ein kurzes St\u00fcck Schotter auf guter Stra\u00dfe zur\u00fccklegen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-423\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202440-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202440-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/PSX_20180601_202440.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Hier finden wir ein gutes Hotel und bleiben eine Nacht bevor wir unser n\u00e4chstes Ziel &#8211; Chowd &#8211; in etwa hundertf\u00fcnfzig Kilometer Entfernung in Angriff nehmen. Bin schon gespannt wie die weitere Stra\u00dfe aussieht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Premiere: die russischen Grenzposten in Taschanta an der Grenze zur Mongolei lassen uns tats\u00e4chlich zum ersten Mal unser ganzes Gep\u00e4ck abladen und auspacken. Irgendwie schauen sie entt\u00e4uscht aus, als sie keine Waffen oder Drogen finden. 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