{"id":311,"date":"2018-05-10T17:46:28","date_gmt":"2018-05-10T15:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mudokwan.at\/wordpress\/?p=311"},"modified":"2018-05-13T13:00:25","modified_gmt":"2018-05-13T11:00:25","slug":"chorough-jetzt-aber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/chorough-jetzt-aber\/","title":{"rendered":"Chorough &#8211; jetzt aber!"},"content":{"rendered":"<p>Unser n\u00e4chstes Tagesziel ist Chorough, von wo sich der Pamir Highway nach Osten so richtig ins Gebirge schwingt. Wir machen uns also auf den Weg &#8211; die zweihundertvierzig Kilometer sind schnell abgespult, denken wir &#8211; und schon brettern wir durch die ersten Schlagl\u00f6cher. Links Tadschikistan, rechts Afghanistan, dazwischen ein Fluss und ein Saumpfad, der sich M 41 nennt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-328\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Tal5-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Tal5-225x300.jpg 225w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Tal5.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Irgendwann mal war er wohl asphaltiert, denn zwischen Schotter, Sand und Erdl\u00f6chern lugen dann und wann ein paar Meter Asphalt hervor. Unm\u00f6glich, schneller als Schrittgeschwindigkeit zu fahren, noch dazu kommen manchmal Zwanzigtonner mit Anh\u00e4nger um eine Kurve in der Felswand. Dann m\u00fcssen wir uns so weit wie m\u00f6glich an den rechten Stra\u00dfenrand pressen ohne in den Grenzfluss zu fallen und nach Afghanistan abgetrieben zu werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-325\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Truckpass-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Truckpass-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Truckpass.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Nach f\u00fcnf Stunden Zuckelfahrt ist uns klar: das wird heute nix mehr mit Chorough. Wir beginnen uns daher nach einer Unterkunft umzusehen, das ist aber nicht so einfach. Wir kommen zwar durch D\u00f6rfer, aber nirgendwo ein Hinweis auf ein Guesthouse oder eine andere \u00dcbernachtungsm\u00f6glicheit. Als es langsam dunkel wird befrage ich unser Navi. Wenn es uns jetzt eine brauchbare Adresse liefert verzeihe ich ihm den Umweg vor der tadschikischen Grenze. Und wirklich: in vierzehn Kilometern gibt es was, sagt das Navi. Wir fahren noch an einem See entlang und kommen nach Rushan. Ein erl\u00f6sendes Schild: &#8220; Guesthouse&#8220; neben der Stra\u00dfe und schon haben wir ein feines Zimmer im ersten Stock mit Balkon. Die Hausfrau war Abgeordnete, ist jetzt in Pension und bekocht uns zwei Tage lang, w\u00e4hrend denen wir uns auf den hohen Abschnitt des Pamir Highway vorbereiten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich geht es wieder los. Bis Chorugh \u00e4ndert sich nichts, wir fahren entlang der afghanischen Grenze durch ein schroffes Tal. Phasenweise wird die Stra\u00dfe etwas besser, aber nur bis zu den n\u00e4chsten Schlagl\u00f6chern, die heimt\u00fcckisch auf uns warten. Dann beginnt der Anstieg ins Pamir Gebirge.<\/p>\n<p>Wir haben eine Karte mit dem H\u00f6henprofil der Strecke und schaudern vor dem langen Teil, der \u00fcber dreitausendf\u00fcnfhundert Meter liegt, deshalb wollen wir noch ein oder zweimal vorher \u00fcbernachten, bevor es wirklich \u00fcber die hohen P\u00e4sse geht. Wir finden aber kein Quartier. Immer h\u00f6her windet sich die Stra\u00dfe, das letzte St\u00fcck \u00fcber den ersten Pass auf viertausenddreihundert Meter ist wieder grimmigster Schotter. Dahinter geht es leicht bergab, aber nur bis auf etwa dreitausendneunhundert Meter. Wir halten verzweifelt Ausschau nach einer \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit, aber da ist nichts. Grandiose Berge links und rechts, eine w\u00fcste Hochebene dazwischen aber kein Dorf weit und breit. Wir sehen Schaf- und Ziegenherden und sogar eine Herde Yaks. Sobald die Sonne hinter den Berggipfeln verschwindet wird es empfindlich kalt. Dann, nach einer Kurve um einen H\u00fcgel, ein paar H\u00e4user. Wie sich herausstellt sind wir in Alichur, und hier soll es Homestay geben. Ich fahre von der Stra\u00dfe auf den Schotterweg durchs Dorf und sehe auch schon eine einladende Schrift an der Au\u00dfenwand eines Geh\u00f6fts.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-315\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PSX_20180510_214852-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PSX_20180510_214852-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PSX_20180510_214852.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Wir klopfen und tats\u00e4chlich, wir k\u00f6nnen hier \u00fcbernachten. Das Zimmer ist einfach aber warm und wir bekommen auch Tee und ein Abendessen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-316\" src=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PSX_20180510_214926-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PSX_20180510_214926-300x225.jpg 300w, https:\/\/mudokwan.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PSX_20180510_214926.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die H\u00f6he macht uns schon zu schaffen, jede kleinste Bewegung ist anstrengend, aber wir schlafen erstaunlich gut auf den Matten am Boden. Am Morgen bringt uns der Hausherr ein Fr\u00fchst\u00fcck &#8211; Tee mit Geb\u00e4ck und Reissuppe &#8211; bevor er seine Ziegen h\u00fcten geht. Wieder wundern wir uns wie einfach man leben kann, die Menschen hier sind an die H\u00f6he gew\u00f6hnt und haben das was sie brauchen. Der Unterschied zu unserer westlichen \u00dcberfluss-Luxusgesellschaft ist schon gewaltig.<\/p>\n<p>Das Aufpacken unserer Gep\u00e4ckst\u00fccke am n\u00e4chsten Morgen dauert noch l\u00e4nger als sonst, nach jeweils drei Handgriffen machen wir schnaufend Pause. Wir sind froh dass wir keine richtige H\u00f6henkrankheit bekommen haben und beim Weiterfahren haben wir keine Probleme. Heute fahren wir nur etwa hundert Kilometer nach Murghab, das ist eine kleine Stadt die auch etwas tiefer liegt (auf nur etwa dreitausendf\u00fcnfhundert Meter). Dort wollen wir uns auf die letzte Etappe des Pamir Highway vorbereiten, die uns auch \u00fcber den h\u00f6chsten Pass (viertausendsechshundert Meter) f\u00fchren wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser n\u00e4chstes Tagesziel ist Chorough, von wo sich der Pamir Highway nach Osten so richtig ins Gebirge schwingt. Wir machen uns also auf den Weg &#8211; die zweihundertvierzig Kilometer sind schnell abgespult, denken wir &#8211; und schon brettern wir durch die ersten Schlagl\u00f6cher. 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